German word of the day: die Not

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While hanging up the laundry today, my son started singing the song “Hänsel und Gretel”.  With the Halloween season upon us, witches have been on his mind and he seems to sing it at least once a day.  Of course, I know the tale and I know the lyrics to the song, but I realized that while I understood the song, I actually didn’t really know the meaning of the word Not.

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.
Es war so finster und auch so bitterkalt.
Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein.
Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein?

Hu, hu, da schaut eine alte Hexe raus!
Sie lockt die Kinder ins Pfefferkuchenhaus.
Sie stellte sich gar freundlich, o Hänsel, welche Not!
Ihn wollt sie braten im Ofen braun wie Brot.

Doch als die Hexe zum Ofen schaut hinein,
ward sie gestoßen von unser’m Gretelein.
Die Hexe musste braten, die Kinder geh’n nach Haus,
nun ist das Märchen von Hans und Gretel aus.

As it turns out, die Not is a pretty complicated word!  Dict.cc has the first noun entry as “distress” and so of course several examples abound for any synonym you could think of.  But then there are others delightfully not so obvious.  I like the idioms “ohne Not”, meaning without good cause, or “zu Not” for in a pinch.  From the pleasing “Not-Aus” meaning kill switch to the strangely specific “Not-Aus-Pilzdrucktaster” meaning emergency mushroom-shaped push button to the curious “Tag der Not” meaning rainy day (which Martin has never heard of) or “Retter in der Not” for white knight.  And when you’re desperately chasing after anyone with a heartbeat, your friends might describe you as “notgeil”

I often end up learning a bit of English while looking up German words, and I discovered a gem of an English word this time around.  I learned that “in Not” could be translated into “straitened”, meaning not having enough money.  But I digress.  I decided to put my new-found knowledge to work and concocted this little tale:

Ein Tag der Not
Wir hatten mit Mühe und Not genug Geld, um ein Taxi nach Hause im stürmische Wetter nehmen.  Als wir in den Aufzug stiegen, drückte mein Sohn, ohne Not, den Not-Aus-Pilzdrucktaster.  Wir steckten für einige Zeit fest, bevor unsere Retter in der Not, der Aufzugtechniker, uns rettete.  Er sagte, dass der Tag der Not diese Verzögerung verursacht.  Zum Glück wurden wir nicht für seine Dienste berechnet, sonst wären wir wirklich in Not!

(We just barely had enough cash to take a cab home in the stormy weather.  As we got into the elevator, my son, without cause, pushed the emergency halt button.  We were stuck for sometime before our white knight, the elevator technician, rescued us.  He said that the rainy day caused his delay.  Luckily we were not charged for his services, otherwise we would have really been without money.)

And so let’s return to the song my son was singing.  By now you might see, “Welche Not!” cannot be literally translated into something like “What distress/hardship/emergency/dire strait!”.  I saw somewhere online that someone had translated it into “What trouble!” which sounds clunky in this context where we, the audience, have the feeling we should try to warn Hänsel of danger, rather than merely exclaim to our neighbor about it.

And now, my translation for Hänsel und Gretel:

Hansel and Gretel found themselves lost in the woods.
It was so dark and so bitter cold.
They come upon a little house of gingerbread so fine.
Who could be the owner of such a little house as this?

Oh look, out comes an old witch!
She beckons the children into the gingerbread house.
She seems to be quite friendly, but oh Hansel, watch out!
She would like to bake him in the oven, as brown as bread.

But as the witch looks into the oven,
Our little Gretel pushes her in.
So the witch bakes as the children go back home.
And thus ends the tale of Hansel and Gretel.

Wörter

Léon ist von drei oder mehr Sprachen in seinem Alltag umgeben. Aus seiner Sicht ist es jedoch vermutlich so, dass für ihn verschiedene Leute einfach verschiedene Wörter für die gleichen Dinge haben. Wir haben ihm bis jetzt noch nichts von Deutsch, Englisch oder Französisch erzählt. Wir sagen stattdessen oft so etwas wie zum Beispiel: “Papa sagt Löffel, und Mama sagt spoon. Und was sagt Francine (oder eine andere Betreuerin aus der Crèche)? Cuillère.”

Über Ostern hat er wieder einige Zeit bei Oma und Opa verbracht, und sein Deutsch hat ein paar Sprünge gemacht. Oma und Opa verwenden mit Léon einige Babysprach-Begriffe, die er bei vorherigen Besuchen sagte, inzwischen aber ersetzt hat. Aus Gewohnheit, weil sie vielleicht denken, Léon versteht sie so besser, oder weil es einfach lustige Wörter sind. Interessanterweise hat er einige dieser Wörter (wieder) aufgenommen. Er kann sich meiner Meinung nach nicht an die Baby-Wörter erinneren, aber für ihn ist es einfach das Wort, das Oma und Opa benutzt.

So sagt Léon”Lego-Tschu-Tschu”, wenn er bei den Großeltern ist, oder über dessen (mein altes) Spielzeug redet, obwohl er mit mir “Zug” und “Eisenbahn” benutzt. Und Omas Begriff für Schlafen ist “Hush”, vielleicht kommt das vom Geräusch, das er und wir machten, wenn wir so tuen, als ob wir schlafen, oder vom “Hush”, das die alte Frau in “Good Night, Moon” sagt. Jedenfalls kann Léon seit langem “schlafen” sagen, in Ulm benutzt er aber manchmal “hush”. Das dritte Beispiel, das mir noch einfällt, ist Opas Lautmalerei “Bim-Bam” für die Kirchturmglocke, die Léon zu dem schönen Satz veranlasst hat: “Die Bim-Bam macht ding-dong.”

Bücher für dreisprachiges Lernen

Léon, inzwischen eineinhalb Jahre alt, versteht bereits viel, und spricht eine Handvoll Wörter. Bis jetzt scheint er alle drei Sprachen aufzunehmen, französisch hauptsächlich durch die Crèche, deutsch durch mich, und english mit Melissa. Dazu kommen Verwandte und einige Freunde, durch die er ebenfalls mit den drei Sprachen in Kontakt kommt.

Es gibt viel Literatur über zweisprachige Kinder, aber über das Lernen von drei oder mehr Sprachen gibt es wenig. Nach einiger Recherche hat Melissa zwei Bücher aufgetrieben und gekauft: Xiao-Lei Wang, “Growing up with three languages. Birth to eleven”, and “Learning to read and write in the multilingual family”, here are some reviews:

http://americanaejournal.hu/vol7ling/molnar-review

http://bilingualparenting.com/2014/04/review-learning-to-read-and-write-in-the-multilingual-family-by-xiao-lei-wang

Melissa ist ja Expertin in diesem Thema, und sie hat sich schon mit Freuden an die Lektüre gemacht. Mir werden diese Bücher bestimmt sehr helfen, alleine um mir klarzuwerden, was an Plannung und Arbeit auf uns zukommt, wenn wir darauf hinzielen wollen, dass Léon sich in allen drei Sprachen zu einem bestimmten Grade zu Hause fühlen soll. Das hilft uns auch, unser Vorhaben an unsere Erwartungen anzupassen.

Bäckersfrau und baker’s man

Léon, inzwischen ein Jahr und einen Monat alt, hat angefangen, bei Klatschliedern mitzumachen. Der Renner ist zur Zeit:

Paddy cake, paddy cake, baker’s man,
Bake me a cake as fast as you can,
Pad it, and roll it, and mark it with a ‘B’,
And put it in the oven for baby and me.

 

Mit mehr Gesten ist das deutlich lustiger und interaktiver als das deutsche Pendant:
Backe, backe, Kuchen,
Der Bäcker hat gerufen,
Wer will guten Kuchen backen,
Der muss haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz,
Zucker und Salz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gel.
(Schieb’ ihn in den Ofen rein.)

[Edit: Die letzte Zeile kannte ich als Kind nicht, singe sie aber mittlerweile mit.]

Zumal mich schon als Kind das ‘gel’ (=gelb) immer gestört hat.
Also haben missytas und ich das ‘Paddy cake’ Lied auf Deutsch (frei) übersetzt:

Butterkeks, Butterkeks, Bäckersfrau,

Back mir einen Keks, aber ganz genau,
Roll ihn aus, stech ihn aus, schreib ein ‘B’ darauf,
Ist er gebacken, mach die Ofentüre auf.